Hoppla, ich habe mich vermalt! Warum Perfektion bei deinem Heilbild keinen Platz hat
- Margot Mair-Golega

- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Ich male Bilder für Trauernde, die einen wichtigen Moment ihrer Geschichte zeigen. Ich nenne diese Bilder "Heilbilder" oder "Ankerbilder".

„Was ist eigentlich, wenn du dich vermalst?“
Diese Frage wurde mir in Beratungen schon oft gestellt. Meine Antwort darauf ist so ehrlich wie meine Arbeit: Ja, das passiert. Manchmal zeigt mir mein inneres Auge ein Bild für dich, und meine Hand will nicht so recht folgen. Doch in meinem 1:1 Trauercoaching ist genau das kein Fehler, sondern oft ein wertvoller Teil deiner ganz persönlichen Geschichte.
Was ist der Effekt dieses „Fehlers“ im Bild?
Trauer ist kein gerader Weg; sie ist oft chaotisch und unvorhersehbar. Wenn ich mich bei deinem Heilbild vermale, ist das kein Grund zur Sorge – du bekommst am Ende dein Bild, das dich als narrativer Anker trägt. Der Prozess dahinter bietet dir jedoch besondere Chancen:
Die Audio-Beichte: Ich halte die Entstehung deines Bildes via Sprachnachricht für dich fest. Wenn das „Vermalen“ ein wesentliches Thema im Prozess war, erzähle ich es dir darin ganz offen.
Spiegelung deines Weges: Oft macht dieser kleine Stolperstein im Malprozess etwas aus deiner eigenen Geschichte sichtbar. Es zeigt, dass Umwege zum Leben dazugehören.
Das Gefühl des Gesehenwerdens: Wie meine Kundin Peti beschrieb, liegt ein Teil der Heilung im „wunderbaren Gefühl des 'gesehen werdens'“. Dazu gehört auch, dass ich dir als Mensch gegenüberstehe, der mitfühlt und den Prozess transparent macht.

Ein Heilbild ist KEIN steriles Kunstprodukt
Es ist kein Bild, das „perfekt“ sein muss
In der Welt der Trauer gibt es kein Richtig oder Falsch. Deshalb muss auch dein Bild nicht wie aus einer Hochglanz-Galerie wirken. Es ist ein Arbeitsinstrument für deine Seele, das auf deinen Erlebnissen basiert. Es darf Ecken, Kanten und eine eigene Geschichte haben – genau wie wir Menschen.
Es ist kein versteckter Prozess hinter verschlossenen Türen
Ich präsentiere dir nicht einfach ein fertiges Ergebnis, das du „schlucken“ musst. Durch die Audio-Begleitung zwischen unseren Sitzungen nimmst du am Werden deines Bildes teil – inklusive aller Momente des Suchens. Diese Offenheit schafft Vertrauen und nimmt die Angst, mit dem Ergebnis nichts anfangen zu können.
Es ist kein Zeichen von Unprofessionalität
Dass ich mich mal vermale und das offen thematisiere, ist ein bewusster Teil meiner Arbeit als systemischer Coach und Kunsttherapie-Praktikerin. Ich kann klar unterscheiden, was „meine Welt“ und was „deine Welt“ ist. Meine Ausbildung in Psychopathologie für Coaches gibt mir zudem die Sicherheit, dich auch in schwierigen Momenten des Prozesses stabil aufzufangen.
Fazit: Das Heilbild ist ideal, wenn …
… du eine Begleitung suchst, die dich so annimmt, wie du bist – mit allen Brüchen und aller Kraft. Das Bild ist dein persönlicher Begleiter aus dem Irrgarten der Trauer heraus. In der Zeit zwischen unseren Terminen hast du Raum, das Bild wirken zu lassen und in deinen Alltag zu integrieren. Dafür bekommst du auch Unterstützung von mir.
Wenn du am Ende auf dein Bild schaust, darfst du mit Petis Worten spüren, dass du „alles Menschenmögliche getan“ hast. Es gilt unser gemeinsamer Leitsatz:
„Ich erkenne an, wie viel ich getragen habe. Jetzt darf ich die Anspannung loslassen und in meinem Frieden verweilen.“
Möchtest du eine Begleitung, die deine Geschichte in all ihrer Tiefe würdigt?




Liebe Margot,
von Trauerbildern wusste ich bisher noch nichts, aber es ist ja eine wunderbare Möglichkeit, Trauernde zu unterstützen.
Der Blick von außen hilft ganz sicher, wenn er dann noch mit einem emotionalen Bild unterstrichen wird, ist dies sicher eine schöne Möglichkeit. Und das vermalen hat dabei ganz sicher seinen Sinn und gehört zum Prozess dazu.
Spannend darüber zu lesen!
Alles liebe, Susanne